Für Eilige wurde hier die Lübzer Geschichte Auf einen Blick zusammengestellt, eingebettet in Ereignisse der Geschichte Mecklenburgs. Ausführliche Informationen sind in den Abschnitten Ortsgeschichte und Personengeschichte enthalten.

Lübzer Geschichte auf einen Blick
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995 Erste urkundliche Erwähnung der "Michelenburg" in einer Urkunde König Otto III. Aus dem Namen dieser Burg wurde letztendlich der Name für das ganze Territorium Mecklenburg abgeleitet.
1160 Eroberung des Obotritenlandes durch Heinrich den Löwen, Herzog von Sachsen und Bayern. Der Obotritenfürst Niklot, Stammvater der mecklenburgischen Fürsten (sie regierten in Mecklenburg bis 1918), fand dabei 1160 den Tod. Bis zur Mitte des 13. Jh. erfolgt die deutsche Besiedlung Mecklenburgs, vor allem durch Siedler aus Holstein, Niedersachsen und Westfalen. Die deutschen Städtegründungen erfolgten überwiegend im 13. Jh..
1229 Erste mecklenburgische Hauptlandesteilung. Für die vier Enkel von Heinrich Borwin I. (Enkel von Niklot) wird Mecklenburg in die Herrschaften Mecklenburg, Rostock (Linie erlischt 1314), Werle (erlischt 1436), und Parchim-Richenberg (bis 1256) geteilt. Neben den Herrschaften bestanden noch die Grafschaften Ratzeburg, Schwerin und Dannenberg, sowie die Bistümer Ratzeburg und Schwerin.
1306 - 1308 Der brandenburgische Markgraf Otto IV. und sein Sohn Hermann bauten beim Dorf Lubyce die Eldenburg. Die anfangs mit Palisaden und Wall geschütze Rundburganlage erhielt später eine Mauerbefestigung.
1313 Der brandenburgische Hauptmann und Ritter Johann von Kröcher ist Verwalter der Eldenburg.
1316 Der Fürst Heinrich der Löwe von Mecklenburg weilt auf der Eldenburg.
1328 Fürst Heinrich der Löwe verpfändet die Eldenburg mit Dorf und Vorwerk Lübz und mit der Ture an Ritter Johann von Plessen und seinen Bruder Helmhold.
1348 Mecklenburg wurde aus der sächsischen Abhängigkeit gelöst und ein erbliches, unmittelbares Reichslehen. Zugleich wurden die mecklenburgischen Landesherren zu Herzögen erhoben.
1352 Bei der Teilung der Herrschaft zwischen den Brüdern Albrecht II. (1329 - 1379) und Johann I. (1352 - 1393) fiel die Eldenburg mit Lübz und der Ture, sowie auch das Land Sternberg an Johanns Mecklenburg-Stargard, bis diese Linie 1471 erlosch.
1456 Heinrich IV. erwirbt die Rechte am herzoglichen Anteil des Landes Ture und Lübz mit der Eldenburg von den Plessen zurück.
1456 Lübz erhielt erst zwischen 1456 und 1506 das Stadtrecht, das genaue Jahr ist nicht bekannt.
1471 Mit dem Erlöschen des Hauses Stargard fiel Lübz mit der Eldenburg und dem Lande Ture wieder an Mecklenburg-Schwerin zurück.
1506 Für Lübz werden erstmals Bürgermeister und Rat genannt, d. h. Lübz hat inzwischen Stadtrecht.
1509 In verschiedenen Verträgen werden Baumeister genannt, die auf dem Gelände der Burganlage Türme errichten (sollen): 1509 Andreas Techel, 1511 Gerd Pantelitz und 1558 Hans Parr. Einer dieser Türme ist der noch heute erhaltene Amtsturm.
1523 Die Einheit von Mecklenburg konnte durch die für alle Landesteile gemeinsamen Landstände gewahrt werden. Diese schlossen sich zu einer landständischen Union zusammen. Zu den drei Ständen zählten die adligen Grundbesitzer (Ritterschaft), Vertreter der Städte (Landschaft) und höhere Geistliche (letztere nur bis zur Reformation 1552). Die Stände waren regional in Kreise gegliedert: Mecklenburgischer (Parchim), Wendischer (Güstrow), Stargardischer (Neubrandenburg).
1534 Größerer Umbau der Burg durch Baumeister Bernd Vogt (u. a. Bau des "Neuen Hauses").
1540 Die älteste überlieferte Ansicht von Lübz - Dee Luptze - wird gemalt.
1547 Die Burg ist zum Schloß umgebaut worden und wird fortan als Witwensitz genutzt.
1547 - 1567 Die Herzogin Anna (+ 19.6.1567, Tochter des Joachim I. von Brandenburg und Witwe von Albrecht VII. dem Schönen (28.7.1488 - 5.1.1547)) hat auf dem Schloß ihren Witwensitz. Sie wurde vor allem durch ihre streng katholische Einstellung bekannt, mit der sie die Einführung der Reformation in Lübz behinderte.
1549 Auf dem mecklenburgischen Landtag in Sternberg wurde der evangelische Glaube für Mecklenburg verbindlich. Die Reformation Martin Luthers hat sich durchgesetzt.
1560 Der erste protestantische Prediger, Nikolaus Bergius, wirkt in Lübz (bis 1569).
1568 Erneut ein Stadtbrand in Lübz, die Kirche brennt bis auf die Grundmauern ab und wird in den folgenden Jahren wieder aufgebaut.
1576 - 1591 Die Herzogin Anna Sophia (+ 6.2.1591, Tochter des Albrecht von Preußen und Witwe von Herzog Johann Albrecht I. (23.12.1525 - 12.2.1576)) hat auf dem Schloß ihren Witwensitz.
1592 - 1634 Die Herzogin Sophie (+ 14.11.1634, Tochter des Adolf von Schleswig-Holstein und Witwe von Herzog Johann VII. (7.3.1558 - 22.3.1592)) hat auf dem Schloß ihren Witwensitz. Ihr überliefertes Tagebuch zeugt von ihrem aktiven Wirken in und um Lübz. Sie wurde in der Lübzer Kirche beigesetzt.
1618 Dreißigjähriger Krieg: große Zerstörungen und hohe Menschenopfer in Mecklenburg (bis 1648).
1620 Die Herzogin Sophie empfing den schwedischen König Gustav II..
1621 Zweite mecklenburgische Hauptlandesteilung. Mecklenburg wird in Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Güstrow (bis 1695) geteilt.
1627 Wallensteins Truppen erobern Mecklenburg, Wallenstein wird dessen Herzog (bis 1631).
1631 König Gustav Adolf von Schweden rückt in Mecklenburg ein. Schwedische Herrschaft in Mecklenburg (Bündnis vom 13. März 1632). Die vertriebenen Herzöge, Adolf Friedrich I. und Johann Albrecht II., werden durch den Schwedenkönig Gustav Adolf II. wieder eingesetzt.
1633 Die Herzogin Sophie gründet die Stiftskirche.
1634 Nach dem Tod der Herzogin Sophie beginnt das Schloß zu verfallen.
1637 Plünderung der Stadt Lübz durch kaiserliche Truppen.
1637 häufiges Hin und Her zwischen schwedischen und kaiserlichen Truppen (bis 1640).
1648 Ende des dreißigjährigen Krieges: Westfälischer Frieden. Dieser erste große Krieg in Mecklenburg war für die Entwicklung verheerend. Die Einwohnerzahl wurde auf ein Sechstel reduziert (von 300.000 auf 50.000). Mecklenburg verliert Wismar, Amt Neukloster und die Insel Poel an Schweden (bis 1803). Die Bistümer Schwerin und Ratzeburg gehen an Mecklenburg Schwerin.
1658 Schwedisch-Polnischer Krieg. 1658 marschieren kaiserliche, brandenburgische und polnische Soldaten in Mecklenburg ein. Kriegerische Belastungen wie zur Zeit des 30jährigen Krieges bis zum Frieden von Olivia im Mai 1660.
1674 Brandenburgisch-schwedischer Krieg in Mecklenburg (bis 1675).
1698 Lübz brennt vom Sägemühlentor bis zum Parchimer Tor völlig ab, Reste der alten Burg werden zum Wiederaufbau verwendet.
1700 - 1721 Nordischer Krieg. Plünderungen durch die Kriegsparteien: Schweden gegen Preußen, Dänen, Sachsen und Russen.
1701 Dritte Hauptlandesteilung durch Hamburger Vergleich. Mecklenburg wird in Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz (Herrschaft Stargard und Fürstentum Ratzeburg (vormaliges Bistum) - ohne die gleichnamige Stadt und Komthurei Mirow) geteilt.
1711 Beginn der Verschleppungen von Mecklenburgern in die preußische Armee, der Krieg wütet in Mecklenburg.
1733 - 1787 Wegen der an Preußen verpfändeten Ämter Wredenhagen, Plau, Marnitz und Eldena hatte Lübz eine Schwadron preußischer Husaren in Garnision.
1750 - 1759 Das Schloß wird komplett abgerissen, auf den alten Fundamenten entsteht ein neues Gebäude - das Herzogliche Amt (Amtshaus). Der daneben stehende Turm heißt seitdem Amtsturm.
1755 Landesgrundgesetzlicher Erbvergleich. Weitere Verankerung der Leibeigenschaft und Legalisierung des Bauernlegens.
1756 - 1763 Siebenjähriger Krieg. Preußen besetzt das neutrale Sachsen und kämpft gegen eine Koalition von Österreich, Rußland, Frankreich und Schweden, im Verlaufe des Krieges mehrfache Besetzung Mecklenburgs-Schwerins (erstmalig 1757) durch Preußen, weiterhin Geld- und Naturallieferungen, Zwangsrekrutierungen (insgesamt ca. 4000 Soldaten für die preußische Armee) und Plünderungen. Nach dem Krieg setzt endlich ein begrenzter Aufschwung ein.
1761 Herzog Friedrich der Fromme bestätigt Lübz das Stadtreglement, Wappen ein gekrönter Stierkopf mit Halsfell und 2 Sternen zur Seite.
1764 Ludwigslust wird Residenzstadt von Mecklenburg-Schwerin (bis 1837).
1774 Bau der ersten Schleuse und der Schleusenbrücke.
1787 Räumung der bisher in königlich-preußischen Händen befindlichen Ämter Eldena, Marnitz, Plau und Wredenhagen nebst völliger Räumung der Städte Parchim, Lübz und Plau von fremder preußischer Garnision.
1806 Flucht Blüchers durch Mecklenburg. Plünderungen, Zerstörungen durch die Franzosen.
1806 - 1813 Franzosenzeit. Beitritt zum napoleonischen Rheinbund 1808, Einquartierungen, Zwangsrekrutierungen zum Kampf gegen Rußland: 2100 Mecklenburger, weniger als 100 überlebten.
1812 Die Ämter Lübz und Marnitz werden vereinigt.
1813 Mecklenburg tritt aus dem Rheinbund aus. Befreiungskriege gegen Napoleon (bis 1815).
1815 Wiener Kongreß. Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz werden Großherzogtümer und Mitglied des Deutschen Bundes.
1820 Aufhebung der Leibeigenschaft in Mecklenburg verkündet (mit Wirkung ab Ostern 1821).
1841 Das Amt Lübz erhält vom Amt Plau mehrere Ortschaften.
1846 Bau der Fangschleuse.
1848 Bürgerlich demokratische Revolution (bis 1849).
1850 Über die bürgerliche Verfassung von Mecklenburg wird im ausländischen Brandenburg das Urteil gesprochen. Der "Freienwalder Schiedsspruch" setzt den Landesgrundgesetzlichen Erbvergleich wieder in Kraft (gilt bis 1918).
1851 Beginn der Massenauswanderung nach Amerika. Politische, soziale und wirtschaftliche Mißstände verursachten die große Emigrationswelle Ende des 19. Jh.. Von 1853 bis 1908 wanderten fast 120.000 Menschen aus Mecklenburg aus.
1858 Das zwischenzeitlich verfallene Sophienstift wurde wiederhergestelt und eingeweiht.
1866 Beitritt Mecklenburgs zum Norddeutschen Bund. Mecklenburg wurde an das norddeutsche Post- und Fernmeldenetz angeschlossen und erhielt einheitliche Maße und Gewichte auf der Grundlage des metrischen Systems und die Banknoten des Bundes. Das mecklenburgische Militär wurde preußischem Kommando unterstellt.
1870 Deutsch-Französischer Krieg unter Beteiligung mecklenburgischer Truppen (bis 1871).
1871 Gründung des Deutschen Reiches, Mecklenburg-Schwerin (558.000 Einwohner) und Mecklenburg-Strelitz (97.000 Einwohner) werden Mitgliedstaaten.
1877 Gründung der Brauerei in Lübz.
1879 Das Amt Lübz - Marnitz erhält einen Teil der Dörfer des Amtes Goldberg. Es ist damit das größte in Mecklenburg - Schwerin. An das Amtsgebäude wird der Seitenflügel angebaut.
1881 Eröffnung einer Sparkasse in Lübz.
1883 Eröffnung des Krankenhauses in Lübz.
1885 Eröffnung der Eisenbahnverbindung von Parchim über Lübz bis Neubrandenburg.
1885 Enthüllung eines Denkmals auf dem Marktplatz für die Opfer des Deutsch-Französischen Krieges.
1889 Eröffnung der Molkerei.
1894 Inbetriebnahme der Zuckerfabrik.
1898 Gründung der Landwirtschaftlichen Schule (Schließung 1958).
1904 Bau des Elektrizitätswerkes.
1911 Eine neue Schleuse wird gebaut.
1911 Ein großer Brand vernichtet die Häuser an der linken Seite der Hauptstraße (stadteinwärts) zwischen Stiftstraße und Elde.
1912 Die Brauerei erhält einen Eisenbahnanschluß.
1912 Lübz erhält eine zentrale Wasserversorgung, der Wasserturm wird gebaut.
1913 Inbetriebnahme der Kartoffelflockenfabrik.
1914 Erster Weltkrieg (bis 1918).
1918 Novemberrevolution, Abdankung des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin
1918 / 1919 Gründung der Freistaaten Mecklenburg-Schwerin (1919) und Mecklenburg-Strelitz (1918) als Gliedstaaten in der Weimarer Republik.
1924 Einweihung des Ehrenhains im Neuen Teich zur Ehrung der Opfer des 1. Weltkrieges.
1925 Verlegung des Amtes Lübz - Marnitz nach Parchim.
1927 Begradigung der Oberelde und Neubau der Schleuse (bis 1930).
1930 Das ehemalige Amtsgebäude wird durch die Stadt Lübz gekauft und als Rathaus genutzt, das alte Rathaus wird zur Sparkasse.
1934 Vereinigung beider Mecklenburg zum Gau Mecklenburg (13.10.1933)
1934 Bau des Lübzer Hafens.
1936 Eröffnung der Lübzer Badeanstalt.
1939 Zweiter Weltkrieg (bis 1945).
1945 Am 2.5. marschieren amerikanische, tags darauf russische Truppen in Lübz ein.
1945 Bildung des Landes Mecklenburg-Vorpommern
1947 Mecklenburg-Vorpommern heißt nur noch Mecklenburg
1949 Gründung der DDR, Mecklenburg wird Land der DDR
1952 Mecklenburg-Vorpommern wird in die Bezirke Rostock, Schwerin und Neubrandenburg aufgeteilt, Kreisgebietsreform.
1952 Lübz wird Kreisstadt, der Rat des Kreises Lübz zieht in das Amtshaus ein.
1953 Arbeiteraufstand in der DDR
1960 Eröffnung des Filmtheaters, in den 60er Jahren wird das Neubaugebiet erbaut.
1961 Bau der Berliner Mauer
1989 Fall der Berliner Mauer
1990 Die Stadt Lübz übernimmt erneut das Amtshaus.
1990 Wiedervereinigung Deutschlands, Neukonstituierung des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
1990 Stillegung der Molkerei, später Abriß.
1992 Stillegung der Zuckerfabrik, langsamer Abriß.
1992 Eröffnung der "hareico"-Fleischwarenfabrik.
1993 Das 1990 stillgelegte Mineralwollewerk nimmt als "Vereinigte Dämmstoffwerke Lübz" die Produktion wieder auf.
1994 Kreisgebietsreform im Land Mecklenburg-Vorpommern.
1999 Nach einer Rekonstruktion wird das Amtshaus als Bürgerhaus übergeben.
2002 Die Brauerei feiert 125-Jahrfeier. Sie hat die Wende wirtschaftlich gestärkt überstanden.